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Lissabon Reiseberichte

Kurztrip nach Lissabon – Tag 4

An dem wir Vögel bewundern
und selbst nach Hause fliegen.

Heute müssen wir wieder nach Hause. Unser Flug geht allerdings erst am Nachmittag, also lassen wir unser Gepäck nach dem Auschecken noch ein wenig im Hotel und fahren zum Zoo von Lissabon.
Trotz des schönen Wetters ist dort nicht allzu viel Betrieb und wir können in aller Ruhe die teils sehr aufwändigen und detailverliebten Kulissen in den Gehegen betrachten. Ganz will sich uns ihr Sinn nicht erschließen; ein Gehege beispielsweise wird ohne erkennbaren Zusammenhang von einem monumentalen, römisch anmutendem Aquädukt dominiert. Am schlimmsten hat es aber die Affen getroffen, die in einem kitschigen Dorf voller kleiner Modellhäuser leben müssen.
Kurios erscheint uns auch der Haustierfriedhof, der ein ausgedehntes Areal einnimmt und voller kleiner Grabsteine mit Inschriften und Fotos ist. Ich muss spontan an eine Geschichte von Stephen King denken und bin froh, nicht bei Nacht hier sein zu müssen.

Die altmodische Gondelbahn, mit der man in kleinen, instabil wirkenden Kabinen über den Zoo hinweg schweben kann, ist ebenfalls bemerkenswert. Als ich mir so anschaue, wie die Löwen und Alligatoren zu den Gondeln aufblicken, frage ich mich, ob die Seilbahn nicht vielmehr der Fütterung der Tiere dient – ein Touristen-Förderband. Obwohl ich darauf achte, sehen ich an diesem Tag niemanden die Seilbahn verlassen und die Alligatoren wirken sehr satt.

Bevor wir uns langsam zum Flughafen aufmachen haben wir noch Zeit für die Papageienshow, die in praller Sonne stattfindet. Ich vermute, fast jeder hat schon einmal eine solche Vorstellung angesehen und verzichte deshalb auf eine minutiöse Beschreibung aller Manöver. Hauptsächlich fliegen Vögel hin- und her und die Menschen äußern Staunen und Begeisterung. In einem Punkt jedoch weicht die Vorstellung von bekannten Mustern ab, als nämlich unvermittelt ein mittelgroßes Schwein aus dem Unterholz bricht und wie ein Wirbelwind wieder im Gebüsch auf der anderen Seite der Arena verschwindet. Kurz darauf folgt ihm ein Stachelschwein. Diese fast surrealistische Einlage wird vom diensthabenden Papageiendompteur nicht kommentiert und wiederholt sich noch einige Male.

Etwas verwirrt, aber mit dem Gefühl, gut unterhalten worden zu sein, verlassen wir den Zoo schließlich und holen unser Gepäck aus dem Hotel ab, bevor wir zum Flughafen fahren. Als wir uns in die Wolken erheben bietet sich uns noch einmal ein wunderbarer Blick über die Stadt und wir denken nicht mehr an die Stolpersteine, die uns zu Anfang zum Straucheln gebracht haben. Eine schöne Reise geht zu Ende – und wir sitzen sogar auf den richtigen Plätzen.

Flugwetter

ENDE


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