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Lissabon Reiseberichte

Kurztrip nach Lissabon – Tag 3

An dem wir über Sehenswürdigkeiten stolpern
und in die Sterne gucken.

Wir wollen heute einmal das Stadtzentrum verlassen und ein bisschen mehr vom Umland sehen. Am Abend soll das Event stattfinden, weswegen Herr Sittich mich hergeschleppt hat und als Gegengewicht zu diesem Indoor-Programm besorgen wir uns jetzt eine prophylaktische Dosis Panorama.

Wir kaufen uns ein Zugticket und fahren am Wasser entlang nach Belém. Vom Zug aus können wir einen Blick auf die riesige Brücke des 25. April werfen, die den Tejo überspannt. In Belém selbst ist der Blick nicht so weit, wie ich gedacht hatte, aber dafür gib es ein hübsches Kloster, das Hieronymus-Kloster. Leider wissen das andere Menschen offenbar schon länger als ich, denn der Platz wimmelt nur so von ihnen. Die sanfte Meeresbrise ist durchhaucht von den Dieselschwaden der Reisebusse und wir treffen die spontane Entscheidung, das Kloster links liegen zu lassen und zum Wasser hinunter zu gehen.
Um zum Ufer des Tejo zu gelangen, muss man die unattraktiven Eisenbahnschienen überqueren. Dann wird es aber recht schön und auch gar nicht so voll, die Leute sind wohl alle im Kloster. Und im Torre de Belém, einem berühmten Wachturm im Wasser, von dem ich Ignorant bis dahin ebenfalls nichts wusste. Wir bleiben unserer Linie treu und sparen uns den Besuch. Touristen-Punks sind wir; für alles Populäre haben wir heute nur Verachtung übrig. Dann allerdings kommt unsere Attitüde ins Wanken, denn wir stehen vor einem absurd monumentalen Denkmal zum Andenken an Heinrich den Seefahrer. Vermutlich brauchte man noch eine Attraktion und außerdem musste man die Promenade irgendwie füllen. Was also liegt näher als ein Gebirge aus weißem Gestein aufzutürmen, das man nicht nur als Aussichtsplattform benutzen kann, sondern das im Sockel auch noch Ausstellungsräume beherbergt? Zum Zeitpunkt unseres Besuches beschäftigt sie sich übrigens mit Seeungeheuern.

Nach einem ausgedehnten Spaziergang kehren wir zurück zu den Klostergärten und machen es wie die Warzenenten – wir ruhen uns im Schatten aus. Dieses Detail stammt übrigens von Herrn Sittich, ich hätte lieber nur Enten geschrieben, aber da das Wort nun einmal in meinem Kopf ist, möchte ich nicht alleine darunter leiden.
Um ein weiteres Drama wie auf dem Hinflug zu vermeiden, checken wir auch gleich für unseren Heimflug ein und zahlen diesmal schweren Herzens die doppelte Reservierungsgebühr.
Vor der Rückfahrt in die Stadt und dem Beginn des Events entscheiden wir uns spontan für einen Besuch des Planetariums, das direkt neben dem Kloster liegt, aber nicht annähernd dessen Besucherzahlen erreicht. Wir sitzen fast allein in der riesigen Kuppel und genießen die unaufgeregte Darbietung. Einziger Wermutstropfen ist die deutsche Tonspur in unseren Kopfhörern. Sie ist so knarzig und verrauscht, dass ich hoffe, die Sterne fallen davon nicht vom Himmel. Im Eintrittspreis inbegriffen ist auch der Besuch des Schifffahrtsmuseums, aber das ist so langweilig, dass wir es schnell wieder verlassen.

Über den Abend möchte ich Schweigen breiten. Eine Begebenheit, die schon früher hätte Erwähnung finden müssen, soll aber nicht vergessen gehen. Unser Hotel verwendet statt Zimmerschlüsseln Codekarten, wie viele Hotels heutzutage. Und ebenso wie in vielen Hotels heutzutage sind sie nicht ausgereift und funktionieren schlecht. Schon am Vortag mussten wir feststellen, dass keine unserer Karten in der Lage war, die Zimmertür zu öffnen. An der Rezeption programmierte man sie uns neu.
Da ich immer mit dem Schlimmsten rechne, bin ich also auch nicht überrascht, als wir am heutigen Abend weit nach Mitternacht müde und ausgelaugt vor unserem Zimmer stehen und die Tür sich nicht rührt. Glücklicherweise ist die Rezeption rund um die Uhr besetzt, aber ganz still für mich frage ich mich doch, was denn so falsch an herkömmlichen Schlüsseln ist … im nächsten Augenblick bin ich schon eingeschlafen.

Viele Sehenswürdigkeiten


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